Abgeordnetenhauswahl Berlin 2026 (Abgeordnetenhauswahl in Berlin) — Ergebnisse live
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Berlin wählt am 20. September 2026
Am Sonntag, dem 20. September 2026, wählen die Berlinerinnen und Berliner das 20. Abgeordnetenhaus. Berlin ist zugleich Stadt und eines der sechzehn Bundesländer, deshalb verwaltet das an diesem Tag gewählte Parlament sowohl die Kommune als auch das Land und bestimmt die Stimme der Hauptstadt im Bundesrat. Am selben Tag wählt Mecklenburg-Vorpommern, sodass zwei Auszählungen parallel durch den Abend laufen.
Warum diese Wahl wieder im regulären Rhythmus liegt
Das 2026 gewählte Abgeordnetenhaus tagt eine volle fünfjährige Wahlperiode. Diese Länge ist selbst eine Folge der jüngeren Berliner Wahlgeschichte: Die Wahl von 2021 war so mangelhaft organisiert — fehlende Stimmzettel, Warteschlangen über die Schließzeit hinaus, Stimmzettel für den falschen Wahlkreis —, dass der Verfassungsgerichtshof sie vollständig für ungültig erklärte. Die Wiederholungswahl fand am 12. Februar 2023 statt. Die damals gewählten Abgeordneten saßen nur für den Rest der 19. Wahlperiode, denn die Frist bis zur nächsten regulären Wahl lief weiter ab 2021. Es ist damit die erste Berliner Wahl seit 2016, die wieder auf einen ordentlichen Termin fällt.
So wird das Abgeordnetenhaus gewählt
Berlin wählt nach dem Verfahren der personalisierten Verhältniswahl. Jede Wählerin und jeder Wähler hat zwei Stimmen: eine Erststimme für eine Kandidatin oder einen Kandidaten in einem der 78 Wahlkreise, die nach relativer Mehrheit entschieden werden, und eine Zweitstimme für eine Parteiliste. Entscheidend für die Mehrheitsverhältnisse ist die Zweitstimme: Sie bestimmt den Sitzanspruch jeder Partei, und 52 weitere Sitze werden über die Bezirkslisten der zwölf Bezirke verteilt, bis das Ergebnis den Stimmenanteilen entspricht. Die Regelgröße beträgt 130 Sitze, 66 sind für eine Mehrheit nötig; durch Überhang- und Ausgleichsmandate kann das Parlament größer werden — das 2023 gewählte Abgeordnetenhaus umfasste 159 Sitze.
Für die Verteilung nach Verhältnis muss eine Partei fünf Prozent der gültigen Zweitstimmen erreichen. Berlin kennt zusätzlich eine eigene Grundmandatsklausel: Eine Partei, die auch nur einen Wahlkreis direkt gewinnt, wird unabhängig von ihrem landesweiten Anteil an der Verhältnisverteilung beteiligt. Das ist in einer Stadt bedeutsam, in der Grüne und Linke dicht beieinanderliegende Hochburgen in der Innenstadt haben. Das Wahlalter für das Abgeordnetenhaus liegt bei 18 Jahren; an den am selben Tag stattfindenden Wahlen zu den Bezirksverordnetenversammlungen dürfen bereits Sechzehnjährige teilnehmen.
Die Ausgangslage: die Wiederholungswahl 2023
Die Wiederholungswahl im Februar 2023 ordnete die Berliner Politik neu. Die CDU gewann mit 28,2 Prozent und 52 Sitzen, legte mehr als zehn Punkte zu und wurde erstmals seit 1999 wieder stärkste Kraft. Alle drei Regierungsparteien verloren. Die SPD kam auf 18,4 Prozent — ihr schlechtestes Berliner Ergebnis seit über einem Jahrhundert — und lag mit 279 017 zu 278 964 Stimmen nur 53 Stimmen vor den ebenfalls auf 18,4 Prozent gekommenen Grünen. Die Linke erreichte 12,2 Prozent und 22 Sitze, die AfD 9,1 Prozent und 17 Sitze, die FDP verpasste mit 4,6 Prozent den Wiedereinzug. Die Wahlbeteiligung lag bei 62,9 Prozent.
Obwohl Rot-Grün-Rot rechnerisch weiter eine Mehrheit gehabt hätte, entschied sich die SPD für ein Bündnis mit der CDU. Kai Wegner wurde am 27. April 2023 im dritten Wahlgang zum Regierenden Bürgermeister gewählt und führt seither eine große Koalition aus CDU und SPD.
Der Wechsel an der Spitze der CDU
Die CDU geht ohne den Regierenden Bürgermeister in diese Wahl, der die letzte für sie gewonnen hat. Kai Wegner stand wegen seines Umgangs mit dem Brandanschlag auf das Berliner Stromnetz vom 3. Januar 2026 anhaltend in der Kritik. Nachdem im Juli berichtet worden war, dass er erst knapp sieben Stunden nach Beginn des Stromausfalls dienstlich telefoniert hatte, verzichtete er am 10. Juli 2026 auf die Spitzenkandidatur. Er bleibt im Amt und tritt weiterhin in seinem Wahlkreis in Spandau an, hat eine Mitarbeit im nächsten Senat aber ausgeschlossen. Noch am selben Abend wurde Finanzsenator Stefan Evers als Spitzenkandidat benannt.
Wer antritt
Für die SPD führt Steffen Krach die Liste an, für die Grünen Bettina Jarasch und Werner Graf, für die Linke Elif Eralp und für die AfD Kristin Brinker. Das Bündnis Sahra Wagenknecht, das 2023 noch nicht existierte, tritt mit Alexander King und Michael Lüders erstmals in Berlin an. Die Umfragen des Sommers 2026 zeigten ein ungewöhnlich enges und zersplittertes Feld: die CDU knapp vorn, aber nur bei gut zwanzig Prozent, dahinter vier Parteien dicht beieinander und keine naheliegende Zweierkoalition.
Was auf dieser Seite am Wahlabend erscheint
Hier erscheinen die amtlichen Zweitstimmenergebnisse, sobald die Landeswahlleiterin für Berlin sie veröffentlicht: Stimmenanteile auf zwei Nachkommastellen, die Sitzverteilung im neuen Abgeordnetenhaus und die Wahlbeteiligung, jeweils mit dem Auszählungsstand, auf dem sie beruhen. Prognosen, Hochrechnungen und Wahltagsbefragungen werden hier zu keinem Zeitpunkt veröffentlicht, und es wird keine Siegerin und kein Sieger genannt, bevor die Auszählung das rechnerisch entschieden hat.
Die Zahlen stammen aus der Ergebnisveröffentlichung der Landeswahlleiterin unter wahlen-berlin.de, also von der Stelle, die die Wahl durchführt und das Ergebnis feststellt. Das vorläufige Ergebnis liegt in der Regel noch am Wahlabend vollständig vor; das endgültige Ergebnis folgt einige Wochen später, und diese Seite wird dann aktualisiert.
Häufige Fragen
Wann findet die Abgeordnetenhauswahl 2026 statt?
Am Sonntag, dem 20. September 2026. Gewählt wird das 20. Abgeordnetenhaus für eine volle fünfjährige Wahlperiode. Am selben Tag wählt auch Mecklenburg-Vorpommern seinen Landtag.
Was ist das Abgeordnetenhaus?
Das Landesparlament von Berlin. Weil Berlin zugleich Stadt und Bundesland ist, verwaltet es sowohl die Kommune als auch das Land und bestimmt die Vertretung der Hauptstadt im Bundesrat. Die Regelgröße beträgt 130 Sitze, 66 sind für eine Mehrheit nötig.
Wie funktioniert das Wahlsystem?
Personalisierte Verhältniswahl mit zwei Stimmen. Die Erststimme entscheidet nach relativer Mehrheit über 78 Wahlkreise, die Zweitstimme über den Sitzanspruch der Parteien; 52 weitere Sitze werden über die Bezirkslisten der zwölf Bezirke verteilt. Überhang- und Ausgleichsmandate können das Parlament vergrößern — 2023 waren es 159 Sitze.
Gibt es eine Sperrklausel?
Ja, fünf Prozent der gültigen Zweitstimmen. Berlin hat zusätzlich eine Grundmandatsklausel: Wer mindestens einen Wahlkreis direkt gewinnt, wird unabhängig vom landesweiten Anteil an der Verhältnisverteilung beteiligt.
Warum fand die letzte Berliner Wahl 2023 statt und nicht 2021?
Weil der Verfassungsgerichtshof die Wahl von 2021 wegen schwerer Organisationsmängel — fehlender Stimmzettel, Warteschlangen über die Schließzeit hinaus und Stimmzetteln für den falschen Wahlkreis — vollständig für ungültig erklärte. Die Wiederholungswahl am 12. Februar 2023 galt nur für den Rest der 19. Wahlperiode, deshalb ist 2026 wieder ein regulärer Termin.
Wie ist die Wahl 2023 ausgegangen?
Die CDU wurde mit 28,2 Prozent und 52 Sitzen stärkste Kraft. Die SPD kam auf 18,4 Prozent und lag nur 53 Stimmen vor den ebenfalls auf 18,4 Prozent gekommenen Grünen. Die Linke erreichte 12,2 Prozent, die AfD 9,1 Prozent, die FDP scheiterte mit 4,6 Prozent. Die Wahlbeteiligung betrug 62,9 Prozent.
Wer sind die Spitzenkandidatinnen und Spitzenkandidaten?
Stefan Evers für die CDU, Steffen Krach für die SPD, Bettina Jarasch und Werner Graf für die Grünen, Elif Eralp für die Linke und Kristin Brinker für die AfD. Das Bündnis Sahra Wagenknecht tritt mit Alexander King und Michael Lüders erstmals in Berlin an.
Wann liegen die Ergebnisse vor?
Das vorläufige amtliche Ergebnis liegt in der Regel noch am Wahlabend vollständig vor. Auf dieser Seite erscheinen die Zahlen der Landeswahlleiterin, sobald sie veröffentlicht werden, jeweils mit dem Auszählungsstand, auf dem sie beruhen. Das endgültige Ergebnis folgt einige Wochen später.
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